nachdenklich und traurig

1
Nov
2009

Die Schneekönigin

ich hatte gestern wieder so schlechte Laune. Kinder weg, Mann zuhause, ich wäre viel lieber bei meinem "Freund" gewesen - hatte aber kein Alibi - also saß ich schweigend und schlecht gelaunt neben meinem Mann auf der Couch. Er wollte reden was ich habe etc. ich sagte ihm, dass ich das Gefühl habe, dass er es nicht wahrhaben will, dass ich mich trennen will und er sich nicht ausreichend um eine Wohnung bemüht und ich mich sehr über seine Äußerung letztens bzgl. der Geldeinteilung geärgert habe. Er sieht es nicht so ... ich bin dann um halb sieben ins Bett. Hatte keine Lust mehr und als einzigste Flucht erschien mir mein Bett. Er kam hinterher, wollte reden ... wollte mit mir raus gehen. Ich könnte mit ihm über alles reden was mich bedrückt (ich kann ihm ja schlecht von meinem Freund erzählen und ihm sagen, dass ich schlechte Laune habe, weil ich ihn nicht sehen kann ... und statt dessen hier zu hause hocken muss). Er wollte neben mir schlafen, ich lehnte ab. Er wollte im Schlafzimmer dann auf dem Boden schlafen, ich lehnte auch das ab. Er war total verzweifelt. Er gab dann irgendwann auf. Rief mich aus dem Wohnzimmer dann an, ob er noch mal zu mir ins Schlafzimmer könnte. Ich sagte nein. Ich machte dann mein Handy aus. Heute morgen dann eine sms von gestern abend - gute Nacht meine Schneekönigin.
Ich bin die herzlose und gefühllose Frau ... meine Gefühle sind aber wirklich weg und wenn ich nciht auf hart schalte, dann würde es sich alles unendlich hinziehen. Ich bin dennoch erschrocken, wie gefühllos ich bin ... mit meiner Mutter habe ich viele Jahre verbracht um mich zu lösen obwohl sie mir wirklich weh getan hat. Er ist so ein lieber Kerl, immer noch so hilfsbereit und ich bin so sturr, lieblos und gefühllos - ich erkenne mich selbst nicht wieder.
Heute morgen stand er dann weinend in der Küche (naja, er wischte sich hin und wieder fast unauffällig eine Träne weg) aß im Stehen in der Küche, kam noch nicht mal ins Wohnzimmer und ist jetzt weggefahren - keine Ahnung wohin.
Ich werde gleich auf den Flohmarkt gehen - vielleicht finde ich etwas womit ich mir eine kleine Freude machen kann. Nachher kommen die Kids und ich will mit denen auf die Schlittschuhbahn.

9
Aug
2009

folge deinem herzen / hör auf dein herz

diese worte habe ich von meinem mann gehört. von meiner schwester gestern und auch als sie so verzweifelt war dass sie sogar mal zu unserer mutter fuhr und ihr vom ende der ehe erzählte gab ihr diese diesen ratschlag mit auf den weg und sie meinte auch, sie solle sich nciht für die familie kaputt machen und aufopfern. (wow, so was hat sie echt gesagt? war sehr erstaunt)

hör auf dein herz ... bei meinem ganzen gefühls- und gedankenchaos fällt es mir sehr schwer die stimme des herzens rauszuhören ... sind so viele stimmen in mir - viele widersprüchliche ...

aber so langsam scheint sich der nebel zu lichten und etwas klarheit tritt hervor ... klarheit gegen meinen mann - aber auch etwas klarheit für den anderen, in dessen gegenwart ich mich frei fühle (sofern das als frei bezeichnet werden kann, denn die stunden sind vorab bestimmt - ich gehe jedesmal dort hin mit dem wissen, dass es gestohlene momente sind, die jederzeit auffliegen können)

was sagt mein herz wirklich ...

am 10.6. sagte ich meinem mann, dass ich ihn nicht mehr liebe - bis dato war es mir zwar schon klar, aber jetzt ist es NOCH klarer - aber ich will den anderen dennoch so gut es geht raushalten - will nicht, dass er denkt, dass ich wegen IHM ihn verlasse ... aber ich befürchte, dass es irgendwann doch zu diesem Knall kommen wird .... davor habe ich angst ... spielt mein mann dann immer noch den ach so lieben? lässt er die kinder dann immer noch mir? oder verkehrt sich alles ins gegenteil weil ich die verhurte schlampe dann bin, die seine ehre und seinen stolz und vielleiht noch den seiner ganzen familie verletzt habe?

bei meiner schwester ist es so. dass der sohn die scheidung seiner eltern bis heute nicht verkraftet hat ... er ist jetzt 28 ... werden meine kinder es ohne schaden überstehen? wie sehr wird die familie (falls er dann hinterher doch mich als die schuldige darstellt) auf die kinder einfluss nehmen? muss ich den kontakt unterbinden ... mist ... alles so verworren und unklar noch ...

25
Jul
2009

fühl mich so leer

die wohnung - so leer und ruhig ...
es gibt viel zu tun - aber ich kann mich nicht wirklich aufraffen, muss mich gleich zum Nötigsten zwingen (Einkauf für die Tiere, Käfig und Katzenklo säubern, Wäsche und Abwasch ...)
vermisse ich meinen Mann? Nein, ich denke nicht - es ist die ganz normale Traurigkeit, die man empfindet, wenn man in einer Trennungsphase ist (keine Ahnung, ist das erste Mal für mich ... ich vermute, dass es so ist ...) - es ist das Ungewohnte an der Situation - soll ich es durchziehen? Den Schmerz aushalten und hoffen, dass es irgendwann überstanden ist? Oder zurück in das Bekannte? Die Routine des Zusammenseins? Ich bin im Moment einfach sehr verwirrt ... aber ich glaube die Routine wäre das Falsche ... ich muss mir einfach noch ein paar Tage Zeit geben und schauen, wie sich meine Gefühle und Gedanken entwickeln ... ein schwieriger Prozess ... wie gesagt, es ist das erste Mal, dass ich so etwas durch mache ... bei meiner Mutter hat der Abnabelungsprozess viel länger gedauert, war wesentlich schwieriger obwohl sie mir so weh getan hatte ... wieso fiel es mir da so schwer? Und von meinem Mann, der mich immer gut behandelt und geliebt hat geht es so schnell? Ich hoffe, die Kinder bekommen nichts mit ... er hat es mir erstmal versprochen und auch seine Familie will dicht halten ... wir wollten es dann so sagen, dass er wegen Arbeit woanders übernachten muss ... für die zwei würde die Welt zusammen brechen ... wie regeln wir es finanziell? Er und auch ich müssen uns eine neue Wohnung suchen ... ABER ... keiner von uns würde vom Amt die Kaution gestellt bekommen ... WOMIT soll ich eine Kaution aufbringen? Es gibt kaum Wohnungen, die ohne Kaution sind :-(

24
Jul
2009

fühl mich schlecht und immer schlechter ...

mein mann hat die kids nach schöneberg gebracht - er bleibt dort in der wohnung seiner eltern für eine woche (die sind im moment im urlaub). da er den schlüssel von seinem bruder braucht musste er natürlich sagen, was los ist --- was macht er??? Er sagt, dass ER schuld hat, es sei sein fehler, er liebe mich im moment nicht mehr so richtig und sei wohl vielleicht in den wechseljahren oder ähnliches ...
er kommt nachher noch mal kurz und holt ein paar sachen zum übernachten :-( ich fühl mich so mies , bin so traurig ... es hat hier gerade richtig doll gewittert und geregnet - passend zu meiner stimmung :-(

28
Jun
2009

wieder so nachdenklich

die nächte mit so wenig schlaf, der alltag, der mich inzwischen mehr als anödet und die gespannte situation zuhause nagt auch an meinen nerven ... ich grübel viel, denke nach, wie und wann es weiter gehen soll - welche richtung - welche entscheidung ... wenn ich schritt a tue, was resultiert daraus ... wenn ich schritt b mache, wie geht es da weiter ??? es gibt so viel zu bedenken, so viele möglichkeiten und wege und probleme ... argh ...

kein wunder, dass meine gerinnungswerte durcheinander sind und ich gestern sogar wieder ne heparinspritze brauchte ... mal ist das blut zu dünn, mal zu dick ... normalerweise sind die werte schön gleichmäßig ... aber zurzeit spinnen die total :-(

ich fühle wieder diese leere in mir, die kraft- und mutlosigkeit :-(

hoffe auf die neue stelle, die mir vielleicht hilft meine gedanken zeitweise etwas zu verdrängen und dass ich so ko sein werde dass ich nachts endlich schlaf und ruhe finden kann.
hoffe auf die zeit, die vielleicht neue lösungen und wege bringt, die mir die richtung, in der ich mein leben weiter leben möchte zeigt.

in irgendeinem "schlauen" esoterikbuch habe ich einmal den satz gelesen: es gibt kein problem ohne lösung ... es gibt IMMER eine lösung, sonst könnte es gar kein problem geben ... okay, ich sehe die lösungen schon ... aber diese zu nutzen fällt mir im moment so schwer, weil dann alles erst einmal noch schwieriger und komplizierter wird ... also ist es im moment die "einfachste, bequemste und sicher auch faulste" lösung meiner "probleme" auszuharren und zu warten und zu hoffen (auf was auch immer ...)

ich bin noch jung und mein leben wird weiter gehen - es gibt nach jedem ende die möglichkeit zu einem neuen anfang ... aber das ende tut immer weh :-( angst vor dem schmerz kommt auch noch hinzu ... aber schmerzen leide ich im moment eh schon mehr als mir lieb ist zusammen mit der traurigkeit und der leere ...

boah, das ist ja ein echter jammerbeitrag :-( voller selbstmitleid ... aber irgendwie brauche ich das im moment auch ... schön, dass ich hier wenigstens so offen über meine gedanken und gefühle schreiben kann ... zu meinem mann kann und will ich nicht ganz so ehrlich sein um ihm nicht noch mehr weh zu tun als ich es eh schon tue ... meinen beiden freundinnen will ich auch nicht alles sagen, meiner familie kann ich es nicht sagen, bleibt also weiter niemand - außer mein blog und eine ganz schrecklich liebe emailbekannte, die schon seit langem ahnt, was im busch ist und mich ohne vorwürfe annimmt, mir versucht ratschläge zu geben ohne damit lehrerinnenhaft zu erscheinen ... das tut auf jeden fall unglaublich gut und hilft mir sehr meine gedanken etwas zu ordnen und meine planung etwas zu regulieren ... auch die netten kommentare auf einige meiner beiträge helfen mir von menschen, die abseits stehen und von außerhalb mit ihren eigenen gedanken und lebenserfahrungen tipps geben ... ich danke euch dafür.

19
Jun
2009

vielleicht ist es eine heilsame krise

wir haben uns eigentlich nie richtig gestritten - mal ne meinungsverschiedenheit klar ... aber so richtig streit? nein - nun bin ich auch ein streitsüchtiges wesen und geben sehr schnell des lieben frieden willen nach ... vielleicht holen wir jetzt mit dieser krise alles nach und gehen daraus gestärkt hervor? wenn nicht, dann ist es ein ende auf raten und nach jedem ende ist ein neuanfang für etwas anderes möglich ...

13
Jun
2009

Die Welt stand still

meine Welt ... am Montag sagte mein Mann: ich glaube, mein Hasi hat mich nicht mehr lieb. puh - ich war fertig nach dieser Aussage ... ich sagte: doch, ich hab dich noch lieb - aber er glaubte mir nicht. Dann weinte er und meinte er hätte geträumt, dass ich mich von ihm trennen wolle ... mein Mann weinte ...

am dienstag verbrachten wir irgendwie den Tag miteinander - ich weiß gar nicht mehr was wir gemacht haben. Am Mittwoch fragte er was ich habe und ob mich irgendwas bedrücken würde ... ich konnte dann nicht mehr schweigen und sagte ihm, dass ich das Gefühl habe, dass unsere gemeinsame Zeit abgelaufen sei. Ich sagte ihm, dass ich ihn nicht mehr so lieben würde, wie ich es "müsste" ... für ihn brach eine Welt zusammen als ich von Trennung redete ... wir verbrachten den ganzen Mittwoch und einen großen Teil vom Donnerstag heulend und uns gegenseitig tröstend ... Auch gestern bis die Kinder wieder kamen. Vom Gärtner habe ich nichts erwähnt ... DAS wäre für ihn glaub ich auch noch schlimmer gewesen zu verkraften.

Ich fühlte mich wie eine leblose Hülle, die Welt stand still, alle Gefühle waren weg bis auf einen großen Schmerz ... ein allgegenwärtiger Schmerz der sehr tief sitzt. Die Traurigkeit seine Welt kaputt gemacht zu haben, die Klärung, wie es nun weiter gehen soll ...

Dann rief ich gestern noch in der firma an, weil die sich bis dato immer noch nicht gemeldet hatten und fragte wegen dem Job nach ... ich habe den Job und bekomme demnächst einen Vertragsentwurf zugemailt. Der Chef fragte, ob mir der 1.7. recht sei oder ob ich auch vorher könne ... ich sagte, der 1.7. wäre besser (damit ich noch etwas Zeit habe mich zu sammeln).

Tja, nun hab ich den Job und kann mich nicht freuen ... Angst, zu versagen, Angst wegen der Probleme und ob ich das alles bewältigen kann ...

Die Kinder kamen gestern Abend. Das war gut - so kam ich etwas aus meiner Starre heraus. Ich fühlte sogar wieder Freude die beiden zu sehen ...

Dann der nächste Schock für ihn ... gestern Nacht rief seine Schwester an - sein Vater ist im Krhs. Sie wissen nicht, was er hat - vielleicht ein weiterer Schlaganfall ... für ihn kommt gerade alles zusammen und ich fühle mich so schlecht und so schuldig ... ich tue ihm so weh mit meiner Aussage und er hofft so sehr, dass ich ihn wieder so lieben werde wie es früher war ... er liebt mich sehr und will dass ich glücklich werde und das finde, wonach ich suche - aber am meisten wünscht er und betet, dass sich mein Herz wieder für ihn öffnet und wir gemeinsam alt werden können. Er fühlt sich so einsam ...

18 Jahre ...

30
Mrz
2009

kurz vorm aufgeben

leider ... inzwischen bin ich so durcheinander von dem ganzen stoff dass ich das gefühl habe eh alles durcheinander zu bringen - ich weiß schon nichts mehr über die themen, die ich zuerst durchgearbeitet habe und habe das gefühl, dass es alles sinnlos ist und es nur noch schlimmer wird je mehr ich versuche irgendwelchen stoff in meinen kopf rein zu quetschen *argh*
ich weiß nicht, was ich machen soll - weiter lernen und noch mehr alles durcheinander bringen oder aufhören und es einfach gelassen auf mich zu kommen lassen ... set 3 wochen schon quäl ich mich hier ab und werde immer verzweifelter ...

29
Mrz
2009

Noch ein neuer Inzestfall ...

meine Güte ... das ist jetzt schon der dritte Inzestfall in so kurzer Zeit ... Nach Österreich, Italien nun Kolumbien ... Ich verstehe diese Männer nicht - wieso tun sie ihren Kindern so etwas schreckliches an? Wer weiß, wie hoch die Dunkelziffer ist - wieviele Mädchen und Frauen derart unter ihren "Familien" leiden müssen ...

6
Feb
2009

Menschen zwischen den Welten

als ich heute unterwegs war kam ich die Bahntreppe hoch und sah im Blickwinkel links einen Mann stehen ... in sich gekauert, den Kopf gesenkt, verschmutzt ... ein Häufchen Elend. Ich weiß nicht wieso ... aber ich fühlte diese Traurigkeit, die den Mann umgab, spürte seine Hoffnungslosigkeit und die Trostlosigkeit seiner Situation. Er bettelte nicht ... nein, er stand einfach da. Ich ging ein paar Schritte, nahm mein Portemonnee und suchte 50 cent raus. Nicht viel - ich weiß - aber auch ich hab eigentlich nix zu verschenken und normalerweise gebe ich den Menschen auf der Straße, denen ich Alkoholkonsum ansehe gar nix ... aber heute wollte ich irgendwie ein kleines bißchen "Licht" in seinen Tag bringen und ging auf ihn zu und legte ihm das Geld in die Hand. Er schaute mich noch nicht mal an ... doch ich sah seine Augen, die leer und stumpf waren, so als ob sie das ganze Leid dieser Welt gesehen hätten.
Manchmal fühle ich mich hinterher besser, wenn ich einem Menschen ein paar Cents geben kann (ich gebe jedoch nicht oft und vor allem nicht jedem) - aber heute bewegten mich noch lange die Empfindungen, die ich wahrgenommen habe. Ich ging im Anschluß ja zum Bürgeramt und mußte dort ne Weile warten ... irgendwie musste ich dort echt mit den Tränen kämpfen über das Schicksal der Menschen, die hier am Rande der Gesellschaft leben. Sie wühlen in den Mülltonnen, ihrer Würde und ihres Respektes beraubt, sie heben Zigarettenkippen auf um den kurzen Trost beim Zug an einer Zigarette zu spüren, zerstören ihren Körper und ihren Geist mit Alkohol ... irgendwas läuft so falsch ... ist ein Leben mehr wert, als das eines anderen? Sollte nicht jeder Mensch eine zweite Chance bekommen? Viele resignieren sicherlich und wollen auch gar nicht mehr - aber das ist sicher das Ergebnis ihres Lebens und vielleicht auch ein schwacher Charakter bzw. mangelnde Willensstärke.
WIr haben einen Bekannten, der, bevor wir ihn kannten, sehr stark alkoholabhängig war. Er trank eigentlich nur, sein Spitzenwert war wohl bei 3,5 Promille als er mal wieder im Krankenhaus war ... sein Vater verstarb (mit ihm hatte er immer zusammen gewohnt und ihn bis zu seinem Tode lange gepflegt) und er übernahm die Wohnung, da mußte er sich überlegen ob er lieber sich zu Tode saufen will und dann obdachlos irgendwo haust oder aufhört zu trinken ... und er hat sich wirklich für das Letztere entschieden und von heute auf morgen aufgehört ... ich bewundere ihn sehr für diese Entscheidung und Willensstärke ... er hat es auch noch alleine gemacht OHNE Klinik ... nicht ganz ungefährlich ... RESPEKT! Aber er hatte ja was zu verlieren... die Wohnung, viele andere Menschen haben nichts mehr zu verlieren, wofür also noch kämpfen? haben vielleicht keinen Menschen, der ihnen etwas bedeutet, oder denen sie etwas bedeuten, also für wen kämpfen?
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